{"id":1542,"date":"2020-05-02T20:44:29","date_gmt":"2020-05-02T20:44:29","guid":{"rendered":"http:\/\/stadtmuseum-kl.de\/?page_id=1542"},"modified":"2020-05-09T15:36:37","modified_gmt":"2020-05-09T15:36:37","slug":"museums-wort-zum-sonntag-26-04-2020","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stadtmuseum-kl.de\/?page_id=1542","title":{"rendered":"Museums-Wort zum Sonntag: 26.04.2020"},"content":{"rendered":"\n<p>  Zum Wochenabschluss gibt es das Museums-Wort zum Sonntag. Hier geht das Stadtmuseum Kaiserslautern Woche f\u00fcr Woche das Alphabet durch und erl\u00e4utert pro Buchstabe einen Begriff zur Museumsarbeit, zu wissenschaftlichen Methoden und aktuellen Diskussionen. Diese Kategorie erlaubt dem Publikum am Bildschirm, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.  <\/p>\n\n\n\n<p> (<a href=\"https:\/\/stadtmuseum-kl.de\/?page_id=1469\"><strong>Zum Museumswort vom 12.04.2020<\/strong><\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/stadtmuseum-kl.de\/?page_id=1504\"><strong>(Zum Museumswort vom 19.04.2020)<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<h4> Das Museumswort zum Sonntag<\/h4>\n\n\n\n<h4><strong>C wie C14-Datierung<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p> Die C14-Datierung wird auch 14C-Methode, Radiokarbonmethode oder Radiokohlenstoffdatierung genannt. Im Jahr 1946 ist dieses Verfahren von dem amerikanischen Physiker Willard Frank Libby entwickelt worden. Damit l\u00e4sst sich das Alter kohlenstoffhaltiger, insbesondere organischer Materialien radiometrisch bestimmen. Die Methode beruht auf dem Zerfall des Kohlenstoffisotops 14C. <\/p>\n\n\n\n<h4><\/h4>\n\n\n\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"350\" height=\"467\" class=\"wp-image-1499\" align=\"right\" style=\"width: 300px;\" src=\"https:\/\/stadtmuseum-kl.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/buchstabe-c.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/stadtmuseum-kl.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/buchstabe-c.jpg 350w, https:\/\/stadtmuseum-kl.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/buchstabe-c-225x300.jpg 225w, https:\/\/stadtmuseum-kl.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/buchstabe-c-112x150.jpg 112w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/>Das Radionuklid 14C ist ein Isotop des Kohlenstoffs. 14C entsteht durch Kernumwandlung beim st\u00e4ndigen Beschie\u00dfen des Stickstoffs in der Atmosph\u00e4re mit Neutronen der H\u00f6henstrahlung. Dieser Prozess spielt sich seit vielen Jahrtausenden ab. Der Anteil an dem radioaktiven 14C in der Atmosph\u00e4re bleibt weitgehend konstant. Pflanzen nehmen das radioaktive 14C und das nicht radioaktive 12C bei der Photosynthese auf, Tiere und Menschen wiederum, wenn sie Pflanzen oder Pflanzenfresser essen. Bei allen gibt es ein ann\u00e4hernd festes, typisches Verh\u00e4ltnis von 14C und 12C. Mit dem Tod eines Lebewesens endet die Aufnahme von Kohlenstoff. Der Anteil an 14C nimmt im abgestorbenen Organismus mit einer Halbwertszeit von 5.730 Jahren ab. Aus dem Mengenverh\u00e4ltnis von 14C und 12C in einer Probe kann auf das Alter von organischen Materialien geschlossen werden: Man vergleicht das vorgefundene Verh\u00e4ltnis von 14C zu 12C mit dem f\u00fcr dieses Material durchschnittlichen Richtma\u00df vor dem Absterben. Anhand der Halbwertszeit kann man ausrechen, wie lange es gedauert hat, bis die urspr\u00fcngliche Menge an 14C in diesem organischen Material auf die heutige Menge 14C geschrumpft ist.<br> Voraussetzung f\u00fcr das komplizierte Messverfahren ist unter anderem, dass ausreichend Material f\u00fcr eine Probe vorhanden und darin noch genug Kohlenstoff enthalten ist.<\/p>\n\n\n\n<h4><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Methode basiert auf naturwissenschaftlichen Fakten, hat aber den einen oder anderen Haken.<br>\nSo sind immer Messfehler oder Messungenauigkeiten m\u00f6glich. Au\u00dferdem ging man lange von einem stabilen Verh\u00e4ltnis der beiden Kohlenstoffisotope 12C und 14C aus, aber heutige Erkenntnisse belegen, dass dieses Verh\u00e4ltnis Schwankungen unterworfen sein kann. Die Halbwertszeit von 14C ist auch keine v\u00f6llig fixe Gr\u00f6\u00dfe. Sie betr\u00e4gt 5.730 \u00b1 40 Jahre. All das kann zu relativ gro\u00dfen Ungenauigkeiten in der Datierung f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderes, sehr h\u00e4ufiges Problem liegt gar nicht in der Methode selbst, sondern in dem kulturhistorischen Ph\u00e4nomen der Mehrfachverwendung von Materialien. Recycling gab es schon vor der Neuzeit. Zum Beispiel kann der Stil der Malerei auf einem Altarretabel in einer kleinen nordfranz\u00f6sischen Klosterkirche eindeutig auf die sp\u00e4te Gotik hinweisen, das Holz, aus dem das Retabel besteht, aber laut C14-Datierung aus der fr\u00fchen Romanik stammen. In diesem Fall ist es wahrscheinlicher, dass die M\u00f6nche ein altes, nicht mehr ben\u00f6tigtes T\u00fcrblatt f\u00fcr ihren neuen Altar verwendet haben, als dass genau in diesem Kloster ein Meister t\u00e4tig war, der seiner Zeit um Jahrhunderte voraus war. Wer ohne weitere wissenschaftliche Beweise behauptet, er sei einer revolution\u00e4ren Neuentdeckung auf die Spur gekommen, hat sich vorschnell von der eigenen Begeisterung \u00fcberw\u00e4ltigen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Sara Br\u00fcck, Simone Holt)<\/p>\n\n\n\n<p>Abb.: Schrankfu\u00df in Form\neiner Fratze, Sammlung Stadtmuseum Kaiserslautern. Das Alter des Holzes, aus\ndem dieser Fu\u00df gefertigt ist, lie\u00dfe sich mit der C14-Datierung bestimmen.\n(Foto: S. Br\u00fcck)<\/p>\n\n\n\n<h4><\/h4>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Wochenabschluss gibt es das Museums-Wort zum Sonntag. Hier geht das Stadtmuseum Kaiserslautern Woche f\u00fcr Woche das Alphabet durch und erl\u00e4utert pro Buchstabe einen Begriff zur Museumsarbeit, zu wissenschaftlichen Methoden und aktuellen Diskussionen. Diese Kategorie erlaubt dem Publikum am Bildschirm, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. (Zum Museumswort vom\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/stadtmuseum-kl.de\/?page_id=1542\"><span>mehr &#8230;<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":1567,"menu_order":8,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"templates\/template-onecolumn.php","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stadtmuseum-kl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1542"}],"collection":[{"href":"https:\/\/stadtmuseum-kl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/stadtmuseum-kl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stadtmuseum-kl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stadtmuseum-kl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1542"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/stadtmuseum-kl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1542\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1544,"href":"https:\/\/stadtmuseum-kl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1542\/revisions\/1544"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stadtmuseum-kl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1567"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stadtmuseum-kl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1542"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}