Aktuelle Sonderausstellung

Ausstellung „Transforming Atlantis“ geht zu Ende – Finissage mit Führung, Performance und Versteigerung

Am Sonntag, 16. Februar 2020, endet die Sonderausstellung „Transforming Atlantis – Contemporary Upcycling Artworks“ im Stadtmuseum (Theodor-Zink-Museum I Wadgasserhof). Judith Boy Artista hat dann in der Scheune gut zweieinhalb Monate ihre farbenfrohe Upcycling-Kunst – Gemälde, Gewänder und tragbare Objekte, die fast ausschließlich aus Abfällen, Fundstücken und Restmaterialien bestehen – präsentiert.

Mit einer Finissage am Mittwoch, 19. Februar, 17:00 Uhr, verabschiedet sich das Stadtmuseum von den Unterwasserwelten. Dabei führt die Künstlerin ein letztes Mal durch die Ausstellung und performt in ihren Kleiderentwürfen.
Außerdem wird Judith Boy im Anschluss Kunstwerke sowie Schmuck, Hüte oder Kleidung versteigern.

Lina Pfaff: „Fräulein Kommerzienrat“, ihre Nähmaschinen und ihr soziales Engagement

Neue Sonderausstellung im Stadtmuseum ab 15. Februar 

Lina Pfaff, die Tochter des Firmengründers Georg Michael Pfaff, steht im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung des Stadtmuseums (Theodor-Zink-Museum│Wadgasserhof). Diese erinnert an das Lebenswerk der ersten und einzigen Kommerzienrätin des Königreichs Bayern und Ehrenbürgerin der Stadt Kaiserslautern, die von 1854 bis 1929 lebte. Eröffnet wird die Ausstellung im ersten Obergeschoss des Wadgasserhofes am Samstag, 15. Februar 2020, um 11:00 Uhr.

Sie kann bis zum 19. April zu den gewohnten Öffnungszeiten des Museums besucht werden. Diese sind Mittwoch bis Freitag von 10:00 bis 17:00 Uhr und Samstag und Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr. Der Eintritt beträgt fünf Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

Ein „Geburtstagskaffee“ für Lina Pfaff mit Schulleitung und Schülervertretung der Lina-Pfaff-Realschule Plus im vergangenen August war Anlass zur erneuten Begutachtung der Museumssammlung. Mit Unterstützung privater Sammler ist nun eine Ausstellung entstanden, die einen Überblick über Produktion und Design der PFAFF-Nähmaschinen seit dem Ausgang des 19. Jahrhunderts liefert. Außerdem  zeigt sie eine Fotodokumentation über das legendäre Pfaffbad.

Eingang für Wannenbäder im Pfaffbad, 1975. Quelle: Stadtarchiv Kaiserslautern (W. Leppla)

TRANSFORMING ATLANTIS – Contemporary Upcycling Artworks von Judith Boy Artista

Vom 23.11.2019 bis zum 16.2.2020 – Theodor-Zink-Museum, Scheune
Eröffnung der Ausstellung

am 23.11.2019, ab 16:30 Uhr (Musik: Zaryno Daab)

Eröffnungsprogramm

Grußwort: Beate Kimmel, Bürgermeisterin Stadt Kaiserslautern
Einführung: Sara Brück, Stadtmuseum Kaiserslautern
Performance: Judith Boy Artista
Musik: Zaryno Daab

Vom 23.11.2019 bis zum 16.2.2020 zeigt das Stadtmuseum Kaiserslautern in seiner Scheune Werke der Künstlerin Judith Boy Artista, die abwechselnd in der Pfalz und Italien lebt. Sie lässt sich von ihrer Umwelt immer wieder zu neuen Entwürfen inspirieren und versteht Kunst als die Verbindung von Gegensätzen zu einer neuen Harmonie. Quellen für kreative Ideen findet sie überall , für sie „liegt Kunst auf der Straße“ und wartet nur darauf, aus dem Dornröschenschlaf geweckt zu werden. Mit wachem Auge betrachtet Judith Boy ihre Umwelt, immer auf der Suche nach dem Zauber im Alltäglichen. Besonders die Farbenpracht der Natur und die Ursprünglichkeit der Elemente beeinflussen ihre Arbeiten.

Judith Boys künstlerischer Schwerpunkt ist mittlerweile die Malerei auf Brokat oder losen Leinwänden, aber auch Installationen, abstrakte Objekt in starken, expressiven Formen und fantastische Bekleidung gehört zu ihrem Repertoire.

Den Großteil der Malerei in der Ausstellung des Stadtmuseums machen prächtige Wandbehänge aus. Judith Boy Artista verwendet Acryl, Pastell und Kohle auf zum Teil ungewöhnlichen Materialien wie zum Beispiel sizilianischen Brokaten oder andere besondere Textilien, die mit diversen Fundstücken vernäht und verarbeitet werden. Ein immer wiederkehrendes Element sind zarte Viskosenetze sizilianischer Fischer, die Judith Boy Artista aus dem Meer birgt und in ihre Kunstwerke einarbeitet. Aber auch andere, zum Teil ganz alltägliche Materialien werden in ihre Werke eingearbeitet und dadurch aus dem Banalen ins Kunstvolle, Kostbare erhoben. Da werden Schalen einer Passionsfrucht plötzlich zu edlen Gemmen oder Plastikfasern aus Baustoffverpackungen zur zarten, spitzenartigen Bordüre eines Wandbehangs. Die Abfallprodukte erfahren im neuen Kontext eine stoffliche Aufwertung. Upcycling also im wahrsten Sinne des Wortes und eine Kunst, die nicht nur Ressourcen und Natur durch eine konsequente Wiederverwertung von Altmaterialien schont, sondern auch den Blick des Betrachters für das Potential im scheinbar Wertlosen, Weggeworfenen, Verbrauchten schärft. Thema der Malereien ist immer wieder das Meer mit seinen realen oder fantastischen Bewohnern, seinen Gottheiten, Sagengestalten und mystischen Untiefen. Die Werke zaubern geheimnisvolle Atmosphäre in unsere historische Scheune.

Judith Boy Artista kommt ursprünglich aus dem Bereich Bekleidungskunst. Nach der Ausbildung zur Bekleidungsnäherin bei der Fa. Heilig studiert sie an der FHS Trier Modedesign, bildet sich aber auch in den Bereichen Malerei, Fotografie und Goldschmiedekunst weiter. Das kreative Interesse ist ihr bereits in die Wiege gelegt worden. In Judiths Familie gibt es viele Künstler, das Mädchen wächst in einem fantasievollen, vielfältig interessierten Umfeld auf. Mit dem Großvater zeichnet sie, ihre Großmüttern nähen mit ihr Kleider für ihre Puppen, tanzen mit der Enkelin, wecken ihr Interesse an der Schönheit und Magie des Alltäglichen.
Die Liebe zum Textilen ist geblieben. Judith Boy Artista malt nicht nur auf Textilien, sondern fertigt auch wunderbare, einmalige Kleiderkreationen an, die von satter Farbenpracht, fließenden Stoffen und spannungsvoller Vielfalt in der Materialität leben. Edle Stoffe werden mit Upcyclings und zweitverwendeten Alltagsmaterialien kombiniert, die Ergebnisse – Judith nennt sie Creazioni Uniche – werden unsere Scheune an dunklen Winterabenden zum Leuchten bringen und stünden auch Nixen, Feen oder ähnlichen Gelichter gut. Da lebendige, vibrierende Entwürfe am besten am „lebenden Objekt“ wirken, wird Judith sie einige Male zusammen mit einer internationalen Frauengruppe in einer Performance präsentieren. Judith liebt das Experiment, die spontane Entwicklung und die Interaktion. All das bieten ihre Performances, die vor allem angenehm leichtfüßig sind und einfach Spaß machen.

Judith Boy Artistas Werk bringt Freude, ist aber auch sehr vielschichtig. Die Vielschichtigkeit erschöpft sich nicht allein in dem Kontrast zwischen scheinbarem Abfall und seiner Erhöhung zu etwas Wertvollen, sondern liegt auch in ihrer gestalterischen Sprache. So treffen üppige, reiche Formen auf filigrane Details, knallige, lebendige Farben auf zarte Pastelltöne. Auch inhaltlich öffnen sich zahlreiche Aspekte. Die Bilder sind eine Einladung, in die Werke einzutauchen, neue Materialien, Formen, Motive etc. zu entdecken und eigenen Assoziationen zuzulassen. Wer sich darauf einlassen kann, findet einerseits wilde, bunte Abenteuerszenen, aber auch geheimnisvolle, ja sogar spirituelle Welten.

Judith Boy Artistas Werke mit ihren leuchtenden Farben, goldenen Akzenten, fantastisch-skurrilen Formen und schimmernden Beiwerken wie den besagten Netzen sind aber vor allem ein buntes Feuerwerk, ein wahres Fest für die Sinne. Die Vernissage am 23.11.2019, ab 16:30 Uhr wird Performances, Tanz zu elektronischen Klängen von Zaryno Daab und viel guter Laune, Tempo und Lebensfreude bieten. Die Künstlerin hat uns ein emotionales, packendes Fest versprochen, bei dem gelacht, gestaunt und fröhlich gefeiert wird. Ihre Leidenschaft ist ansteckend, die Besucher dürfen gespannt sein!

 

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